Heiliger Geist statt Zeitgeist

Der religionspolitische AfD-Fraktionssprecher Hans-Jürgen Goßner MdL hat der Katholischen jungen Gemeinde KjG Anbiederung an den Zeitgeist vorgeworfen. „Weil ‚immer mehr Gläubige von der Vorstellung eines männlich patriarchalen, weißen Gottesbildes befremdet sind und das auch laut sagen‘, hat der KjG-Bundesrat am Wochenende in Mannheim ernsthaft die Bezeichnung ‚Gott*‘ diskutiert. Die Katholische Studierende Jugend KSJ hatte die Verwendung dieser Schreibweise ja schon beschlossen. Da muss man sich glatt freuen, dass die KjG einen solchen Beschluss noch nicht getroffen hat – aber weiter auf allen Ebenen, sensibel, ‚engagiert und mit Sorgfalt auf der Suche nach Gottesbezeichnungen‘ unterwegs ist. Hier wird der Zeitgeist mit dem Heiligen Geist verwechselt.“

Goßner verweist darauf, dass alles Sprechen über Gott nur ein Annäherungsversuch an seine Wirklichkeit darstellt, die der Mensch nie ganz fassen kann. „‚Du bist also nicht nur, worüber hinaus Größeres nicht gedacht werden kann, sondern etwas Größeres, als gedacht werden kann‘, wusste schon Anselm von Canterbury. Wer das als männlich weiße Vorstellung übersetzt, hat sich aus dem echten Glauben bereits verabschiedet. Umso mehr ist das Reform-Manifest ‚Neu anfangen‘ des Arbeitskreises Christliche Anthropologie zu begrüßen, das sich gegen die Beschädigung die Kirche in der Substanz ihres Glaubens wendet. ‚Legitim sind Forderungen in der Kirche nur dann, wenn sie aus dem Evangelium begründet, in den Glauben aller eingebettet und von der universalen katholischen Kirche mitgetragen werden‘, heißt es darin. Und da das Evangelium keinen Gender-Schnickschnack kennt, hat der auch fürderhin zu unterbleiben.“

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