Impfen ist keine Liebe zu Gott

Impfen ist keine Liebe zu Gott

„Impfen ist keine Liebe zu Gott.“ Mit diesen Worten widerspricht der religionspolitische AfD-Fraktionssprecher Hans-Jürgen Goßner MdL Altbischof Wolfgang Huber. „Huber kritisierte gleichzeitig, ‚dass Politik und Kirchen anfangs zu zurückhaltend für das Impfen geworben hätten‘. Wenn es noch eines Beweises der Einheit von Kirche und regierender Politik bedurfte, hier ist er. Dabei verantwortete Huber in der 2008 erschienen Denkschrift des Rates der EKD zum Öffentlichkeitsauftrag der Kirche noch diese Sätze: ‚Die Kirche Jesu Christi gibt oder wählt sich ihren Auftrag nicht selbst, sondern sie empfängt ihn von ihrem Herrn. Daraus ergibt sich auch, was die Mitte dieses Auftrags ist: die Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus.‘ Was heute verkündet wird, ist dagegen ein politisches Narrativ, an das ebenso geglaubt werden soll. Das hat mit Kirche nichts mehr zu tun.“

Goßner verweist auch auf das Alte Testament, in dem erstmals Regeln für ein harmonisches Miteinander fixiert sind. „‚Folge nicht der Mehrheit zum Bösen‘, hießt es da im 2. Buch Mose 23,2. Aktuell wird eine – oft nur dreist proklamierte – Mehrheit zum Fetisch erhoben, sind Abweichler, Andersdenkende, alle Arten ‚Verweigerer‘ und ‚Leugner‘ der Mehrheitsmeinung von Delegitimierung, Denunziation, Ausgrenzung und Ächtung betroffen. Wer sich dem öffentlichen Druck anpasst, wird allgemein akzeptiert, gefördert, genießt vielleicht auch die finanziellen Segnungen des Mitmachens. Auf der anderen Seite schadet man der eigenen Gesundheit, in dem man Emotionen unterdrückt, erkannte der jüdische Philosoph Chaim Noll, man verkümmert menschlich und zerstört vielleicht das Beste in sich selbst. Daher kann ich nur mit Bertrand Russell appellieren: ‚Auch wenn alle einer Meinung sind, können alle unrecht haben‘.“

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