Sckerl reiht sich bei Antisemiten ein

Mit größtem Befremden hat der religionspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg dem Grünen-Politiker Hans-Ulrich Sckerl aus Weinheim vorgeworfen, sich bei den Antisemiten einzureihen. Sckerl hatte die AfD in einer Debatte um die Landeszentrale für politische Bildung als „Brunnenvergifter“ bezeichnet. „Dieser Ausdruck stammt aus der Zeit der Pestepidemie, als den Juden fälschlicherweise vorgeworfen wurde, durch die Vergiftung von Brunnen die Seuche ausgelöst zu haben.“

Damit hätte Sckerl durch seine Wortwahl selbst zugegeben, dass seine Vorwürfe gegen die AfD auf Gerüchten und Unwahrheiten beruhten, wie eben damals der ursprüngliche Vorwurf gegen die Juden. „Im Mittelalter suchte man einen Sündenbock für eine verzweifelte Situation, ob es der tatsächlich Schuldige ist, spielte keine Rolle. So kam der Vorwurf der Brunnenvergiftung auf, bei dem sich Sckerl nun selbst eingereiht hat“. Für Goßner liegt die Parallele ohnehin auf der Hand. Die Probleme im Land würden Abgeordnete wie Sckerl überfordern. Also greift er zu jenem Vokabular, das schon immer intellektuell und seelisch überforderte Menschen erhoben haben, wenn sie zu falschen Anschuldigungen greifen. „Dass Sckerl seelisch und intellektuell mit seinem Mandat überfordert ist, war schon vorher offensichtlich. Aber dass er sich auch noch selbst in die Reihe mit einer der übelsten antisemitischen Rhetorikfiguren der europäischen Geschichte stellt, diese Geschichtsblindheit hat mich dann doch überrascht“, so Goßner.

Gerade die völlig daneben gegriffene Wortwahl des Abgeordneten Sckerl zeige, wie wichtig eine ausgewogene politische Bildung selbst bei den Eliten des Landes sei. „Dass man in diesem Punkt dem parlamentarischen Geschäftsführer der Grünen Nachhilfe erteilen muss, erstaunt mich. Aber gut, dafür ist die politische Bildung ja zuständig und wir stehen für diese durchaus anstrengende und nervenaufreibende Aufgabe gerne bereit.“

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